Judo Special Needs

Integration durch Sport

Der JAC Wohlen steht für ein starkes Miteinander und setzt ein Zeichen. Unser Verein ist einer von wenigen, welcher neben dem normalen Trainingsangebot, Menschen mit einer Beeinträchtigung trainiert. Wir gehen noch einen Schritt weiter und integrieren die  G-Judokas (Judokas mit einer Beeinträchtigung) in unser reguläres Judo-Training. Daraus ergibt sich eine starke Gemeinschaft, auf welche wir stolz sind.

Die Judo-Trainerin Barbara Bortoluzzi macht es möglich

Barbara ist die Trainerin der zwölf G-Judokas, welche aktiv im JAC Wohlen trainieren. Mit viel Engagement, Geduld und der Leidenschaft zum Sport, bringt sie ihren Schützlingen Judo bei. Nicht ganz einfach, denn Judo ist eine sehr komplexe Sportart. Erst recht für Menschen mit einer Beeinträchtigung. Doch es funktioniert.

Barbara Bortoluzzi leitete viele Jahre Kinder-Judotrainings: «Meine erste Gurtprüfung war im Sommer 1991 und seither hat mich das Judofieber nicht mehr losgelassen».

Wie alles begann

Seit 1997 arbeitet Barbara in der Stiftung Integra mit beinträchtigten Menschen. In der damaligen Wohngruppe wussten alle von ihrer Judo-Leidenschaft. Einige der Bewohner kamen als Zuschauer zu Judo-Veranstaltungen und waren begeistert. Sie wollten auch Judo lernen!

Aus einer Projektarbeit entstand ein Judo Training für Menschen mit einer Beeinträchtigung

Barbara absolvierte eine Ausbildung an der Sozialpädagogischen-Schule in Bremgarten. Als eine Projektarbeit anstand, entschloss sie sich, das Notwendige mit etwas Nützlichem zu verbinden. Sie wollte den Integra Bewohner ein Judo-Training ermöglichen und organisierte einen Kurs mit 10 Judo-Lektionen. Aus dem Projekt im Jahr 2004, wurde ein wöchentliches Training für G-Judokas.

«Oft muss das Training an die Umstände angepasst werden»

Die G-Judokas sind im Alter zwischen 9 und 61 Jahren und haben unterschiedlich stark ausgeprägte Beeinträchtigungen. Bei jedem Training muss Barbara die momentane Verfassung der Judokas einschätzen und das Training darauf ausrichten. Eine grosse Herausforderung, welche viel Flexibilität und Fingerspitzengefühl voraussetzt.

«Eine Person liess keine Berührungen zu. Auf spielerische Art und Weise lernte sie, durch Judo engen Köperkontakt beim Kämpfen zuzulassen…»

Das ist nur eine von vielen positiven Entwicklungen, von welchen Barbara berichten kann. Die Judokas erhalten durch das Judo mehr Selbstvertrauen und geben dieses Vertrauen weiter. Sie können sich besser konzentrieren und sind aufnahmefähiger. Auch körperliche Veränderungen sind sichtbar. Sie werden beweglicher, schneller und die gesamte Körpermotorik verbessert sich. Judo ist für diese Menschen mehr als eine Sportart.

«Ja, es gibt Grenzen»

Die Judokas sollten kognitive Fähigkeiten mitbringen, welche dem Level eines sechs-jährigen Kindes entsprechen. Auch ist eine gewisse Grobmotorik wichtig. Menschen mit einer starken Auto- oder Fremdaggression können schwer ins Training integriert werden. Doch vieles ist möglich. Oft mehr als man denkt.

Die Erfolgsgeschichte: Vom Wohler Dojo nach Abu Dhabi an die World Games

Seit dem ersten G-Judo-Training ist viel passiert. Es war nicht immer einfach, doch die Arbeit hat sich gelohnt. Barbara hat es geschafft, aus den Menschen mit einer Beeinträchtigung gute Judokas zu machen. Viele von Ihnen haben erste Gurtprüfungen absolviert und bestanden! Eine aussergewöhnliche Leistung, zumal die G-Judokas die gleiche Prüfung ablegen wie «normale» Judokas.

Enge Zusammenarbeit mit Special Olympics

Einige der G-Judokas haben den Wettkampf für sich entdeckt. Sie nehmen regelmässig an den Special Needs Turnieren teil und dies mit grossem Erfolg. Vier Kämpfer sind so gut, dass sie sich auf internationaler Ebene mit anderen G-Judokas messen.

Um sich auf die anspruchsvollen Begegnungen im Ausland vorzubereiten, wurden die vier Kämpfer ins «normale» Erwachsenen Judo-Training integriert.

Das erste gemeinsame Training war für alle Beteiligten aufregend. Doch schnell wurde klar, der Sport verbindet. Die Erfahrung zeigt, mit Rücksicht, Toleranz und Respekt füreinander, werden Barrieren schnell abgebaut. Das gemischte Judo-Training am Freitagabend, ist mittlerweile nichts Besonderes mehr für die Wohler Judokas.

Die Erfolge lassen nicht lange auf sich warten: Markus Schaarschmidt qualifiziert sich für die World Games in Abu Dhabi und gewinnt!

Der JAC Wohlen hat seit dem Frühjahr 2019 einen frisch-gebackenen Olympia-Sieger im Verein!

Aber auch die anderen G-Judoka Kämpfer sind sehr erfolgreich. Raphael, Marc und Flavio setzen sich regelmäsige gegen die interntaionale Konkurrenz durch und stehen auf dem Podest. Wie beispielsweise beim interationalen Turnier in Schweden.

So viel Engagement ist nicht selbstverständlich

Barbara Bortoluzzi investiert seit 15 Jahren ihre Freizeit, um diesen Menschen solche Erfahrungen und Erlebnisse zu ermöglichen. Sie trainiert die G-Judokas nicht nur, sondern begleitet sie auch an die Wettkämpfe und betreut sie vor Ort.

«Wenn ich über die Jahre zurückblicke, ist meine Motivation die Freude, die Ausdauer und die unendlich vielen Fortschritte, welche die Judokas über die ganze Zeit hinweg gemacht haben».

Der JAC Wohlen steht voll und ganz hinter den G-Judokas. Viele Mitglieder helfen aktiv mit und unterstützen Barbara in ihrem Tun. Alleine das gemeinsame Training zeigt, dass wir Taten statt Worte sprechen lassen!

 

Wir suchen Sponsoren

Wir alle wollen, dass es weitergeht. Dafür benötigen wir deine Unterstützung.

Special Olympics finanziert einen Teil der Reisen- und Turnierkosten. Den Restbetrag übernehmen die Eltern der G-Judokas sowie der Verein. Da die G-Judokas nicht alleine Reisen können, fallen auch Kosten für Barbara und die anderen freiwilligen Helfer an. Der JAC Wohlen versucht die Kosten zu übernehmen, doch dies sprengt unsere Club-Kasse.

Unsere G-Judokas in Action

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