Judo ist ein Kampfsport, und das «sich miteinander messen» gehört dazu. Im Wettkampf zeigst du, was du im Training gelernt hast – gegen jemanden, der ungefähr gleich alt und gleich schwer ist wie du. Über das Jahr verteilt gibt es zahlreiche Turniere: vom Kinderturnier wie unserem Chlausturnier über die Aargauer Meisterschaften bis zu nationalen Ranking-Turnieren und internationalen Meisterschaften. Es ist also für alle etwas dabei, für Anfängerinnen und Anfänger genauso wie für Fortgeschrittene.
So wird eingeteilt
Du kämpfst gegen Gleichaltrige mit ähnlichem Gewicht. Eingeteilt wird nach Alter, Geschlecht und Gewicht:
- Alter: Massgebend ist dein Jahrgang, siehe Altersklassen unten.
- Gewicht: Bei den Jüngsten kommen meist 4 bis 5 Kinder mit ähnlichem Gewicht in einen Pool, an manchen Turnieren auch noch in U13. Ältere kämpfen in festen Gewichtsklassen.
- Geschlecht: An kleineren Turnieren und bei jüngeren Kindern kämpfen manchmal Mädchen gegen Knaben.
- Gürtelfarbe: Sie spielt bei der Einteilung in der Regel keine Rolle. Für den Einstieg gibt es darum Anfänger- und Kinderturniere, zum Beispiel das Kinderturnier in Kulm oder unser Chlausturnier.

Altersklassen und Kampfzeiten
U steht für «unter»: In U15 startest du, wenn du im Wettkampfjahr höchstens 14 wirst. Dazu kommen die Veteranen ab 30 Jahren. Würge- und Hebeltechniken sind erst ab U18 erlaubt, der Schritt von U15 zu U18 ist darum gross.
| Altersklasse | Kampfzeit | Würgen und Hebeln |
|---|---|---|
| U9 und U11 | 2 Minuten | verboten |
| U13 | 2 oder 3 Minuten | verboten |
| U15 | 3 Minuten | verboten |
| U18, U21 und Elite | 4 Minuten | erlaubt |
Richtwerte von Schweizer Turnieren. Massgebend ist immer die Ausschreibung des Turniers.
So läuft ein Kampf
- 1.
Aufruf: Du wirst per Lautsprecher oder auf dem Bildschirm aufgerufen und gehst zu deiner Wettkampffläche.
- 2.
Weiss, Rot oder Blau: Damit die Kampfrichter euch auseinanderhalten, trägt eine Person zusätzlich einen weissen, die andere einen roten Gürtel. An grösseren Turnieren kämpft ihr stattdessen in einem weissen und einem blauen Judogi; wer zuerst aufgerufen wird, trägt Weiss.
- 3.
Rei: Ihr verbeugt euch beim Betreten der Wettkampffläche und voreinander.
- 4.
«Hajime»: Der Kampf beginnt, die Uhr läuft.
- 5.
«Matte»: Pause, die Uhr steht. Ihr geht zurück an die Ausgangsposition und wartet auf das nächste «Hajime». Nur jetzt darf dir dein Coach kurz Tipps geben.
- 6.
«Sore-made»: Die Kampfzeit ist um. Mit einem Ippon ist der Kampf schon vorher zu Ende.
- 7.
Sieger: Der Kampfrichter zeigt an, wer gewonnen hat. Ihr verbeugt euch und verlasst die Wettkampffläche.
Gezählt wird nur die reine Kampfzeit: Bei jedem «Matte» bleibt die Uhr stehen. Ein Kampf über 4 Minuten dauert darum oft deutlich länger.

Wertungen
Punkte gibt es für Würfe und für Festhalter am Boden. Seit 2025 kennt Judo wieder drei Wertungen: Ippon, Waza-ari und Yuko. Am Boden zählt, wie lange du jemanden auf dem Rücken festhältst: Bei «Osaekomi» beginnt die Haltezeit, bei «Toketa» (befreit) endet sie.


Ippon
Sieg – der Kampf ist sofort vorbei.
- Wurf:
- kontrolliert, mit Kraft und Tempo auf den Rücken
- Festhalter:
- 20 Sekunden
- Auch Ippon:
- zwei Waza-ari, oder dein Gegenüber gibt auf
- Handzeichen:
- Arm senkrecht nach oben

Waza-ari
Der Kampf läuft weiter. Ein zweiter Waza-ari ergibt Ippon.
- Wurf:
- fast ein Ippon: Es fehlt etwas Kraft oder Tempo, oder die Landung ist nicht ganz auf dem Rücken
- Festhalter:
- 10 Sekunden
- Handzeichen:
- Arm seitlich auf Schulterhöhe, Handfläche nach unten
Yuko
Der Kampf läuft weiter. Mehrere Yuko ergeben nie einen Waza-ari.
- Wurf:
- Landung auf der Seite oder auf dem Gesäss
- Festhalter:
- 5 Sekunden
- Handzeichen:
- Arm seitlich schräg nach unten, etwa 45 Grad
Keine Wertung gibt es, wenn jemand auf den Knien oder flach auf dem Bauch landet.
Wer gewinnt, wenn die Zeit um ist?
Ohne Ippon gewinnt, wer mehr Waza-ari hat. Steht es bei den Waza-ari gleich, entscheiden die Yuko. Ein Waza-ari ist also mehr wert als beliebig viele Yuko. Steht es ganz gleich, geht es in den Golden Score.
Aufgeben
Wer aufgibt, klopft mindestens zweimal deutlich ab, mit der Hand oder dem Fuss, oder ruft «Maitta». Die andere Person bekommt dafür Ippon. Abklopfen ist keine Schande: Es schützt dich vor Verletzungen.
Strafen
Für verbotene Aktionen gibt es eine Strafe, den Shido: zum Beispiel, wenn du zu wenig angreifst, absichtlich die Wettkampffläche verlässt oder deinem Gegenüber an die Beine greifst. Ein Shido gibt dem Gegenüber keine Wertung. Erst der dritte Shido entscheidet: Er wird zum Hansoku-make, und der Kampf ist verloren.
Bei gefährlichen oder groben Verstössen gibt es sofort Hansoku-make, zum Beispiel, wenn jemand mit dem Kopf voran in die Matte taucht. Je nach Verstoss scheidet man damit sogar aus dem ganzen Turnier aus.
Gleichstand: Golden Score
Steht es nach der Kampfzeit unentschieden, geht der Kampf in die Verlängerung, den Golden Score. Er hat kein Zeitlimit: Wer zuerst eine Wertung erzielt, gewinnt, und schon ein Yuko reicht. Die Shido aus der regulären Kampfzeit bleiben stehen. Wer mehr Shido hat, verliert deswegen aber nicht – erst der dritte Shido entscheidet, denn er bedeutet Hansoku-make.
An Kinderturnieren kann die Verlängerung anders geregelt sein. Was gilt, steht in der Ausschreibung.
Dein erstes Turnier
Ob ein Turnier für dich passt, besprichst du mit deiner Trainerin oder deinem Trainer. Sie wissen, welche Turniere sich für den Einstieg eignen, wie die Anmeldung läuft und bis wann. Die nächsten Termine findest du in der Agenda. Wer regelmässig kämpfen will, trainiert zusätzlich im Wettkampftraining, siehe Trainingsplan.
Das gehört in die Tasche
- Judopass mit gültiger Jahresmarke, ohne ihn kannst du nicht starten. Die Jahresmarke zeigt, dass die Lizenz für dieses Jahr bezahlt ist. Was Pass und Lizenz kosten, steht unter Mitgliedschaft.
- Judogi, sauber, und dein Gürtel. An Kinderturnieren zusätzlich ein roter und ein weisser Gürtel.
- Weisses T-Shirt unter der Judojacke für Mädchen und Frauen.
- Badelatschen für den Weg zur Matte.
- Trinkflasche und Zwischenverpflegung: Zwischen den Kämpfen wartest du oft lange.
- Trainingsanzug oder warme Kleider für die Wartezeit.
- Haargummi ohne Metall. Schmuck bleibt zu Hause, Finger- und Zehennägel sind kurz geschnitten.
Am Turniertag
- Ankommen: Sei rechtzeitig da und melde dich bei deinem Coach.
- Wägen: zu den Zeiten in der Ausschreibung. Die Jüngsten werden meist im Judogi gewogen.
- Einteilung: Nach dem Wägen werden die Pools oder K.-o.-Tableaus erstellt. Dort siehst du, gegen wen du kämpfst.
- Aufwärmen und warten: Achte auf den Aufruf. Zwischen den Kämpfen trinken, etwas essen und warm bleiben.
- Rangverkündigung: Die Besten bekommen eine Medaille, oft gibt es zwei dritte Plätze.
Egal, wie es läuft: Jeder Kampf bringt dich weiter. Die Platzierungen der Wohler Judokas findest du in den Wettkampf-News.
Begriffe von A bis Z
Was die Rufe des Kampfrichters und die Wörter rund ums Turnier bedeuten.
- Ausschreibung
- Die Einladung zum Turnier: Ort, Zeiten fürs Wägen, Altersklassen, Kampfzeiten und Meldeschluss. Was dort steht, gilt.
- Coach
- Betreut dich am Mattenrand. Tipps geben darf dein Coach nur, solange der Kampf mit «Matte» unterbrochen ist.
- Doppelstart
- Start in zwei Altersklassen am gleichen Turnier: in deiner eigenen und in der nächsthöheren. Ob und ab welchem Alter das geht, steht in der Ausschreibung.
- Elite
- Altersklasse der Erwachsenen.
- Fusen-gachi
- Sieg, weil dein Gegenüber nicht antritt.
- Gewichtsklasse
- Je nach Turnier ab U13 oder ab U15 kämpfst du in festen Gewichtsklassen. «−44 kg» heisst: höchstens 44 Kilo.
- Golden Score
- Verlängerung bei Gleichstand, ohne Zeitlimit: Die erste Wertung gewinnt. Mehr dazu unter Gleichstand.
- Hajime
- «Anfangen!» Der Kampf beginnt oder geht weiter.
- Hansoku-make
- Disqualifikation nach dem dritten Shido oder sofort bei einem schweren Verstoss. Der Kampf ist verloren. Mehr dazu unter Strafen.
- Hoffnungsrunde
- Zweite Chance im K.-o.-System: Einige der Ausgeschiedenen kämpfen weiter um einen dritten Platz. Darum gibt es oft zwei Bronzemedaillen.
- Ippon
- Höchste Wertung und Sieg. Mehr dazu unter Wertungen.Handzeichen: Arm senkrecht nach oben
- Judogi
- Der Judoanzug. An grösseren Turnieren trägt eine Seite Weiss, die andere Blau.
- Judopass
- Ausweis des Schweizerischen Judo & Ju-Jitsu Verbands (SJV). Du brauchst ihn an jedem Turnier, mit gültiger Jahresmarke: Sie zeigt, dass die Lizenz für dieses Jahr bezahlt ist.
- Kampfrichter
- Leitet den Kampf und vergibt Wertungen und Strafen. Auch der JAC Wohlen stellt eine ausgebildete Wettkampfrichterin.
- Kansetsu-waza
- Hebeltechniken am Ellbogen. Erst ab U18 erlaubt.
- K.-o.-System
- Wer verliert, scheidet aus – ausser in der Hoffnungsrunde.
- Kumikata
- Griffkampf: das Ringen um den besseren Griff am Judogi.
- Maitta
- «Ich gebe auf.» Meist klopft man stattdessen mindestens zweimal deutlich ab, mit der Hand oder dem Fuss. Die andere Person bekommt Ippon.
- Matte
- «Warten!» Pause, die Uhr steht. Ihr geht zurück an die Ausgangsposition. Nicht zu verwechseln mit der Matte, auf der ihr kämpft.Handzeichen: Hand auf Schulterhöhe, Handfläche zum Zeitnehmer
- Ne-waza
- Kampf am Boden.
- Osaekomi
- «Festhalter!» Die Haltezeit läuft: 5 Sekunden ergeben Yuko, 10 Waza-ari, 20 Ippon.Handzeichen: Kampfrichter beugt sich vor und streckt den Arm zu euch, Handfläche nach unten
- Pool
- Kleine Gruppe, in der alle gegen alle kämpfen. Bei den Jüngsten meist 4 bis 5 Kinder mit ähnlichem Gewicht.
- Ranking-Turnier
- Nationales Turnier mit Punkten für die Schweizer Rangliste. Die Ranking-Turniere gelten als Qualifikation für die Schweizer Einzelmeisterschaft (SEM).
- Rei
- Verbeugung, zu Beginn und am Ende jedes Kampfs.
- Shiai, Shiaijo
- Wettkampf und Wettkampffläche.
- Shido
- Strafe für verbotene Aktionen oder zu wenig Angriff. Der dritte Shido ist Hansoku-make. Mehr dazu unter Strafen.
- Shime-waza
- Würgetechniken. Erst ab U18 erlaubt.
- Sono-mama
- «Nicht bewegen!» Der Kampfrichter hält den Kampf kurz an, ihr bleibt genau so, wie ihr seid.
- Sore-made
- «Das ist alles.» Die Kampfzeit ist um.
- Tachi-waza
- Kampf im Stand.
- Tatami
- Die Matten der Wettkampffläche.
- Toketa
- «Festhalter gelöst.» Die Haltezeit stoppt.Handzeichen: Arm nach vorne gestreckt, schnell hin und her bewegt
- U9, U11 … U21
- Altersklassen. U steht für «unter»: In U15 startest du, wenn du im Wettkampfjahr höchstens 14 wirst. Mehr dazu unter Altersklassen und Kampfzeiten.
- Veteranen
- Altersklasse ab 30 Jahren.
- Wägen
- Gewichtskontrolle vor dem Turnier. Wer nicht gewogen ist, kann nicht starten.
- Waza-ari
- Zweithöchste Wertung. Zwei Waza-ari ergeben Ippon («Waza-ari-awasete-ippon»). Mehr dazu unter Wertungen.Handzeichen: Arm seitlich auf Schulterhöhe, Handfläche nach unten
- Yoshi
- «Weiter!» Nach «Sono-mama» geht der Kampf genau so weiter.
- Yuko
- Dritte Wertung, seit 2025 wieder dabei. Mehrere Yuko ergeben nie einen Waza-ari. Mehr dazu unter Wertungen.Handzeichen: Arm seitlich schräg nach unten, etwa 45 Grad
Regeln nachlesen
Die Wettkampfregeln macht der Internationale Judoverband (IJF), in der Schweiz gelten sie über den Schweizerischen Judo & Ju-Jitsu Verband (SJV). Diese Seite fasst die Regeln seit 2025 vereinfacht zusammen. Die IJF präzisiert sie von Zeit zu Zeit, zum Beispiel, welche Landung welche Wertung ergibt. Für Kinder und Jugendliche gibt es Anpassungen, massgebend ist immer die Ausschreibung des Turniers.