Mehr über adaptive Judo erfahren

Was ist adaptives Judo?

Adaptive Judo, auch A-Judo genannt, wird für Menschen (Kinder, Jugendliche, Erwachsene) mit einer geistigen Beeinträchtigung ausgerichtet. 

Mehr Informationen zum Thema Adaptive Judo sowie alle Event- und Turnierdaten findest du HIER.

Integration durch Sport

Der JAC Wohlen steht für ein starkes Miteinander und setzt ein Zeichen. Unser Verein ist einer von wenigen, welcher neben dem normalen Trainingsangebot, Menschen mit einer Beeinträchtigung trainiert. Wir gehen noch einen Schritt weiter und integrieren die  A-Judokas (Judokas mit einer Beeinträchtigung) in unser reguläres Judo-Training. Daraus ergibt sich eine starke Gemeinschaft, auf welche wir stolz sind.

Aufgrund dieses Engagements tragen wir das Label unified by swiss inlcusive sport.

Wie alles begann – Interview mit Barbara Bortoluzzi

Seit 1997 arbeitet Barbara in der Stiftung Integra mit beinträchtigten Menschen. In der damaligen Wohngruppe wussten alle von ihrer Judo-Leidenschaft. Einige der Bewohner kamen als Zuschauer zu Judo-Veranstaltungen und waren begeistert. Sie wollten auch Judo lernen!

Aus einer Projektarbeit entstand ein Judo Training für Menschen mit einer Beeinträchtigung

Barbara absolvierte eine Ausbildung an der Sozialpädagogischen-Schule in Bremgarten. Als eine Projektarbeit anstand, entschloss sie sich, das Notwendige mit etwas Nützlichem zu verbinden. Sie wollte den Integra Bewohner ein Judo-Training ermöglichen und organisierte einen Kurs mit 10 Judo-Lektionen. Aus dem Projekt im Jahr 2004, wurde ein wöchentliches Training für A-Judokas.

«Oft muss das Training an die Umstände angepasst werden»

Die A-Judokas sind im Alter zwischen 9 und 61 Jahren und haben unterschiedlich stark ausgeprägte Beeinträchtigungen. Bei jedem Training muss Barbara die momentane Verfassung der Judokas einschätzen und das Training darauf ausrichten. Eine grosse Herausforderung, welche viel Flexibilität und Fingerspitzengefühl voraussetzt.

«Eine Person liess keine Berührungen zu. Auf spielerische Art und Weise lernte sie, durch Judo engen Köperkontakt beim Kämpfen zuzulassen…»

Das ist nur eine von vielen positiven Entwicklungen, von welchen Barbara berichten kann. Die Judokas erhalten durch das Judo mehr Selbstvertrauen und geben dieses Vertrauen weiter. Sie können sich besser konzentrieren und sind aufnahmefähiger. Auch körperliche Veränderungen sind sichtbar. Sie werden beweglicher, schneller und die gesamte Körpermotorik verbessert sich. Judo ist für diese Menschen mehr als eine Sportart.

«Ja, es gibt Grenzen»

Die Judokas sollten kognitive Fähigkeiten mitbringen, welche dem Level eines sechs-jährigen Kindes entsprechen. Auch ist eine gewisse Grobmotorik wichtig. Menschen mit einer starken Auto- oder Fremdaggression können schwer ins Training integriert werden. Doch vieles ist möglich. Oft mehr als man denkt.

Die Erfolgsgeschichte: Vom Wohler Dojo auf die internationale Wettkampfbühne

Seit dem ersten A-Judo-Training ist viel passiert. Es war nicht immer einfach, doch die Arbeit hat sich gelohnt. Barbara hat es geschafft, aus den Menschen mit einer Beeinträchtigung gute Judokas zu machen. Sie sind nicht nur technisch auf einem guten Niveau, sondern haben auch teilweise den Judo Wettkampf für sich entdeckt. Sie nehmen regelmässig an den Adaptive Judo Turnieren teil und dies mit grossem Erfolg. Einige Kämpfer sind so gut, dass sie sich auf internationaler Ebene mit anderen A-Judokas messen.

Um sich auf die anspruchsvollen Begegnungen im Ausland vorzubereiten, werden die besten A-Judokas immer wieder ins „normale“ Erwachsenen Judotraining integriert. 

Die Erfolge lassen nicht lange auf sich warten: Die Schützlinge von Barbara zeigen was in ihnen steckt und holen eine internationale Medaille nach der anderen. Das Wettkampffieber hat sie gepackt. 

Ein ganz besonderes Highlight: Im Frühjahr 2019 gewann Markus Schaarschmidt die Goldmedaille an den World Games in Abu Dhabi. 

Neben medialer Aufmerksamkeit, kürte der JAC Wohlen den jungen Athleten zum Mitglied des Jahres!

So viel Engagement ist nicht selbstverständlich

Barbara Bortoluzzi investiert seit 15 Jahren ihre Freizeit, um diesen Menschen solche Erfahrungen und Erlebnisse zu ermöglichen. Sie trainiert die A-Judokas nicht nur, sondern begleitet sie auch an die Wettkämpfe und betreut sie vor Ort.

«Wenn ich über die Jahre zurückblicke, ist meine Motivation die Freude, die Ausdauer und die unendlich vielen Fortschritte, welche die Judokas über die ganze Zeit hinweg gemacht haben»

Jedes Turnier kostet Geld

Anreise (teilweise mit dem Flugzeug), Hotelübernachtungen, Betreuung, Verpflegung etc. 

All diese Kosten müssen zu einem grossen Teil direkt durch die Eltern der A-Judokas bezahlt werden. Auch Barbara muss für ihre Kosten aufkommen, wenn sie als Coach und Betreuungsperson die Athleten begleitet. Der Verein versucht so gut wie möglich zu unterstützen, aber die Mittel sind begrenzt. 

Aus diesem Grund freuen wir uns über jede kleinere oder grössere Spende!

Unsere A-Judokas in Action