Kampf ABC

Da Judo eine Kampfsportart ist, gehört das „Sich aneinander messen“ an Wettkämpfen dazu. Das im Training Erlernte kann so an Turnieren eingesetzt und angewandt werden. Über das Jahr verteilt, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, angefangen bei internen Clubturnieren, über Regionalturniere, Kantonalmeisterschaften, nationalen- und Ranking-Turnieren bis zu den Schweizermeisterschaften.

Die Kämpfer werden nach Alter, Geschlecht und Gewicht in Gruppen eingeteilt. Bei kleineren Turnieren und ganz jungen Kindern kann es aber auch schon mal vorkommen, dass Mädchen gegen Jungen kämpfen. Keine Rücksicht wird auf die Gürtelfarbe, also auf die Judoerfahrung genommen.

Kampfablauf

Die aufgerufenen zwei Kämpfer betreten die Matte. Damit der Schiedsrichter die beiden auseinanderhalten kann, trägt einer zusätzlich einen roten, der andere einen weissen Gürtel. An grösseren Turnieren gibt es dafür zwei verschiedene Judogifarben, blau und weiss. Die beiden Gegner verbeugen sich und der Schiedsrichter gibt das Startzeichen: „Hajime“! Die Kampfdauer variert je nach Altersklasse zwischen 2 und 4 Minuten.

IPPON = SIEG! Er ist der höchste Punktwert. Damit ist der Kampf vorzeitig beendet.

WAZA-ARI sind kleinere Wertungspunkte, die Kampfzeit läuft dementsprechend auch weiter. Jeder Kämpfer kann sich mehrere Waza-Aris pro Kampf holen. Kommt kein Ippon dazu, gewinnt der Kämpfer mit den meisten Waza-Ari Wertungen.

Punkte holt man sich für Judowürfe oder Festhalter am Boden. Für ein Ippon braucht es also entweder einen perfekten Wurf auf den Rücken oder einen Festhalter der 20 Sekunden gehalten werden kann. Ab U18 sind auch sogenannte Würge- und Hebeltechniken erlaubt. Gibt der Gegner auf, gibt es Ippon. Für unerlaubte Handlungen oder Passivität kann der Schiedsrichter auch Strafen, sogenannte „Shido“ aussprechen. Während der regulären Kampfzeit sind diese aber nicht für eine Niederlage entscheidend. (Ausser 3mal Shido = Hansokumake = Sieg für den Gegner)
Muss der Kampf unterbrochen werden, ruft der Schiedsrichter „Mate“. Die beiden Kämpfer begeben sich dann auf die Ausgangsposition und warten auf das erneute „Hajime“ zum Weiterkämpfen. Beendet wird der Kampf durch „Mate Sore-Made“. Der Schiedsrichter gibt den Sieger bekannt und die beiden Gegner verbeugen sich und gehen von der Matte.

Sollte der Kampf unentschieden ausgehen, gibt es eine Verlängerung mit dem sogenannten „Golden-Score“. Das heisst, der Erste der eine Wertung erzielt, gewinnt. Im Golden-Score können jetzt aber auch die Strafen (Shido) entscheidend sein, da sie von der regulären Kampfzeit her bestehen bleiben.

Wichtige japanische Ausdrücke

Hajime = Kampf beginnt
Mate = Kampfpause
Mate Sore-Made = Kampf ist beendet
Ippon = Sieg/Siegespunkt (Schiedsrichterarm zeigt ausgestreckt nach oben)
Waza-Ari = Wertungspunkt (Schiedsrichterarm zeigt ausgestreckt nach aussen)
Osae-Komi = Festhalter gilt (Schiedsrichterarm zeigt ausgestreckt nach unten auf die Kämpfenden)
Toketa = Festhalter gelöst (Schiedsrichterarm wedelt hin und her)
Shido = Strafe
Hansokumake = Disqualifikation/Sieg für den Gegner